Heute habe ich viel über Lucinda nachgedacht.

Lucinda ist der Antagonist Character meiner Idee um die Hochschule für Angewandten Magie und Alchemie. Und ihre Funktion als Charakter und gleichzeitig auch das Ziel ihres Charakters ist es, die Protagonistin herauszufordern und an ihrer Stelle einzutreten. Mehr dazu later.

Aber etwas hat mich gestört. Bei meinem stündlichen Doomscrolling durch Pinterest kam mir der Gedanke, dass ich sie immer mit dem Clean Girl vergleichen habe. Ihr Körper ist das Ergebnis von Disziplin und einem gesunden Lebensstil, sie ist organisiert, motiviert und ambitioniert. Ihr Ziel ist von Anfang an klar und alle ihre Taten werden dem Ziel untergeworfen.

Das hat mir nicht gefallen.

Diese Darstellung wird Lucinda nicht gerecht, auch wenn es oberflächlich gut zu ihr passt. Aber an Lucinda ist doch besonders, dass sie eben so offensichtlich ambitioniert ist, und so offensichtlich nicht der Hauptcharakter.

Das löst mehr in ihr aus, als nur den Wunsch, die Protagonistin abzulösen. Es löst auch eine gewisse Skrupellosigkeit aus, wenn sie nicht von ihrem Ziel ablassen will. Also muss das wiederum dazu führend, dass ihre Clean Girl Oberfläche bröckelt. Ihre morgendliche Haarroutine würde als erstes wegfallen, um die Zeit länger am Buch zu verbringen. Dann wird sie sich schnelleren Gerichten widmen, um Sekunden beim Kochen zu sparen. Und wenn sie vor Verzweiflung auf ihre Notizen weint, dann gehört das genau so dazu, ambitioniert zu sein, wie das Verzichten auf Alkohol am Abend, um besser schlafen zu können.