Einen wunderschönen Mittwoch zusammen. An diesem besonderen Morgen (13:28 but who ask) habe ich mich an meine Lieblingsbeschäftigung gemacht. An eigenartige Dinge aus meiner Vergangenheit denken und dabei den ganzen Cringe über mich ergehen lassen.
Und dabei ist mir etwas eingefallen.
Denn Thelka trägt nicht ohne Grund ein gelbes Kleid, dass sie von den anderen hervorhebt.
Es ist 2020, Corona hat uns alle in die eigenen Räume verbannt und ich stecke zwischen meinen Abiurprüfungen. Corona hat uns fast alles versaut, was man als Abitur Tradition bezeichnen kann. Kein Abiball, keine Abschussparty, kein Abistreich. Doch unter all dem hat wacker eine Tradition standgehalten – das Jahrgangsbuch.
Weil ich einen Hang zur Selbstdarstellung genieße, habe ich mich freiwillig gemeldet, die Seite für unseren Mathe Leistungskurs zu gestalten. Das hatte einen ganz wichtigen Grund, denn in dem einzigen Gruppenbild meines Kurses wurde ich ganz mies von meiner Lehrerin abgedeckt. Was ist also die einzige erwachsende Reaktion darauf? Ich habe das Bild bearbeitet und eines meiner besseren Bilder hineingearbeitet. Auf diesem Bild trage ich ein -Achtung- gelbes T-Shirt.
Damit hört es aber nicht auf.
Die Seite von meinem zweiten Leistungskurs wurde von wem anderes erstellt. Da mir dieser Kurs ziemlich egal war habe ich mich nicht wirklich dafür eingesetzt, dass ich etwas einbringen kann. Hätte ich mal besser. Das Ergebnis war nicht nur erniedrigend für alle, mit einem misogynen Mundgeruch – wir waren ein reiner Mädchenkurs mit einem männlichen Lehrer.
Die Seiten zeigten einen Hühnerstall, in dem jeder einen Platz mit einem bunt gefärbten Türchen besaß. Jede Farbe besaß eine Bedeutung.
Mein Kasten war leuchtend gelb. Als einziger. Unter einer eigentlich sehr dunklen Farbpalette.
Das gelbe Kleid ist also ein Hommage an mein Jahrgangsbuch und meinem Hang zur Selbstdarstellung.